Weinkeller

Schöfmann

Weinkeller Schöfmann Haugsdorf (c) Pamela Schmatz

Nebenerwerbsbetrieb
Weingut Schöfmann & Schöfmann in Haugsdorf

Der Keller ist aus dem Jahr 1870. Ungefähr. Bis in die 1990er-Jahre wurde in der Haugsdorfer Kellertrift produziert, bevor der Familienbetrieb in ein Gebäude im Ort verlegt wurde. Viele Jahre wurde der Keller der Schöfmanns nur sporadisch genutzt. „Bis uns der Opa den Keller geschenkt hat.“ Dann entschieden die Geschwister Anna und Laurenz Schöfmann, dass sie es hier probieren wollten: ihren eigenen Wein zu machen. Im Nebenerwerb – beide haben zwar beruflich mit Wein zu tun, aber in anderen Jobs.

„Hier erlebt man Langsamkeit, ein guter Kontrast zur schnelllebigen Zeit“, findet Anna Schöfmann. „Wer Effizienz sucht, ist hier falsch“, sagt Laurenz Schöfmann. Aber das stört die beiden nicht, weil es hier nicht um die Menge geht. Sondern um die Qualität. Nicht nur die des Weines, sondern auch die ihrer Freizeit. „Die Kellertrift bietet so eine individuelle Art der Gemütlichkeit.“

Körperliche und logistische Herausforderungen

Im alten Presshaus und der Röhre zu produzieren, stellt die beiden regelmäßig vor Herausforderungen. Weil man Fässer nicht einfach von Ebene zu Ebene transportieren kann – ein Stapler passt nicht durch die Tür. Also bleiben nur die Rodel und Muskelkraft. Auch das Weinmachen funktioniert hier anders als in technisch voll ausgestatteten Betrieben. „Das fällt unter ,low intervention winemaking‘. Das ist eine Bewegung, mit der wir uns generell identifizieren können, da geht’s zurück zu den Wurzeln. Weniger Zusätze, Spontangärung. Es liegt nahe, hier so arbeiten, weil man sonst sehr schnell anstehen würde in den Möglichkeiten.“

Trift 34 – nomen est omen

Dieser besondere Zugang zum Weinmachen ist auch Teil der Vermarktung: Nicht umsonst heißt einer der Weine „Trift 34“. Die Zahl steht für die Nummer ihres Kellers. Momentan bewirtschaften Anna und Laurenz Schöfmann rund 2,5 Hektar in Haugsdorf und Retz. Bis zu drei Hektar würden sich in ihrem Keller gut verarbeiten lassen, finden die beiden. Dann sei irgendwann die Grenze erreicht – an Zeit, die man neben dem Hauptjob investieren könne. In jedem Fall werden die beiden viel Zeit in der Gasse verbringen und sie beleben: „Das, was in Retz der Hauptplatz ist, ist in Haugsdorf die Kellertrift.“