Urbanushof

Oberloiben

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Es geht sich alles aus. Selbst mitten im Ortskern von Oberloiben kann man einen Weinbaubetrieb führen, Heurigen machen, Ferienwohnungen betreiben und wohnen. Der Urbanushof der Familie Stierschneider war schon immer ein Multifunktionsgebäude. Verändert haben sich über die Zeit nur die Nutzungsarten – bis auf den Weinbau, der ist die Konstante seit über 300 Jahren.

Typisch Wachau: Sandputz, Holztor, Kastenfenster

Verschiedene Generationen in der Familie haben das Haus immer wieder erweitert und umgebaut. Jüngste Veränderung am Grundstück ist der Neubau des Presshauses, das sich direkt neben dem Altbestand befindet. Verbunden sind die verschiedenen Gebäude durch die Farbe der Fassade: ein pastelliger Ockerton, den das Ursprungshaus schon seit jeher hat. Typisch Wachau. Auch die Struktur des Putzes findet man in der Wachau häufig: grober Sandputz, der mit der Kelle angeworfen wurde. So entsteht genau jenes lebendige Muster, das durch seine Unregelmäßigkeit auch Ergänzungen gut kaschiert. Ein Vorteil, wenn man wieder einmal einen Bereich des Hauses adaptieren will.

Typisch Wachau – das ist auch das alte Holztor mit „Gehtürl“, das Paul Stierschneider wieder sanieren ließ. „Da waren gefühlt 27 Schichten Farbe darauf. Wir haben es abgeschliffen, gebeizt und verstärkt.“ Gemeinsam mit den Kastenfenstern gibt das Tor dem Haus sein Gesicht und bildet das Entrée für Gäste: Die historische Hofeinfahrt ist heute der Vorraum für den Verkostungsraum des Weinguts. Ein besonderer Platz, an dem man sofort spürt, wie viel Geschichte in ihm steckt.

„In der Wachau macht ein Keller wirklich Sinn“

Umbauen. Dazubauen. Ausbessern. Der Winzerhof der Familie Stierschneider ist ein gutes Beispiel dafür, wie man sich ein historisches Gebäude immer wieder adaptieren kann, damit es die jeweilige Generation für sich nutzen kann. Vieles, was ein moderner Weinbaubetrieb an Fläche und Technik braucht, befindet sich unter der Erde. „In der Wachau macht ein Keller wirklich Sinn. So wird die Fläche optimal genützt“, ist Paul Stierschneider überzeugt. Auch im Kellergeschoß haben verschiedene Generationen weitergebaut, um mehr Platz zu schaffen. Mit dem letzten Erweiterungsschritt ist die Familie für die Zukunft bestens aufgestellt.

Zeitgemäße Wohnqualität im Welterbe

Und wie fühlt es sich an, in einem historischen Haus zu leben? Im Urbanushof wohnen gleich mehrere Generationen miteinander. Paul Stierschneider schätzt, dass die Räume selbst im Sommer schön kühl bleiben. Ein jahrhundertealtes Winzerhaus klimafit? Ja, das funktioniert. Das Licht für den Wohnraum kommt durch die Oberlichter. Selbst die Energiegewinnung per Photovoltaik haben die Stierschneiders integriert. Auf jenen Flächen, die nach außen nicht sichtbar sind. So gehen Welterbe und nachhaltige Energiegewinnung Hand in Hand. Der Urbanushof in Oberloiben zeigt, dass man vieles unter einen Hut bringen kann.

Wer ein historisches Haus in der Wachau sanieren will, dem empfiehlt Paul Stierschneider, sich umzusehen. „Wer hat was wo wie gemacht – dabei findet man auch oft die passenden Firmen und Handwerker.“ Die Familie Stierschneider hat sich für ihre Umbauten für regionale Architekten und Baumeister entschieden.

www.urbanushof.cc