Kellergasse

Dürnleis

Kellergasse Dürnleis (c) Pamela Schmatz

Dürnleis: Wie Ilse Gritsch den Wert der Kellergasse vermittelt

„Prost. Prost, Prösterchen!“ Drinnen im Keller hat sich eine Runde zusammengefunden. Köllamauna, selbsternannte Köllaweiber und die Kellergassenführerin Ilse Gritsch. Man verabredet sich in der Kellergasse selten, die Türen stehen ohnehin meistens offen. „Rot oder Weiß?“, lautet dann eine der Fragen, und schon ist so eine Partie eröffnet.

Genau diese Atmosphäre lieben auch Besucherinnen und Besucher. Ilse Gritsch führt sie durch die Kellergasse: „Viele schätzen das Urige, Einfache. Das hier ist ein Ort zum Runterkommen.“ Die Kellergasse Dürnleis besteht aus über 40 Presshäusern und Kellerstöckeln. Sie ist einzeilig, 400 Meter lang und liegt etwas abseits vom Ortskern. Die meisten Keller strahlen in Weiß und sind frisch renoviert. Dazwischen gibt es sie natürlich, die „Bausünden“ der 1970er- und 1980er-Jahre. Aufgestockte Keller, Gaupen, Faschen. „Das merken die Leute schnell, dass diese Keller nicht ins Bild passen“, erzählt Ilse Gritsch.

Den Blick aufs Wesentliche lenken

Vieles erklärt sich durchs bewusste Schauen. Die Kellergassenführerin liefert rund um dieses Erlebnis passende Geschichten über die „Königliche Kellergasse“. Den Namen verdankt sie Kardinal Franz König, der hier einst gerne Zeit verbrachte. Natürlich darf auch der Wein nicht fehlen. „Wir starten immer mit einem Glas Frizzante und einem Mundart-Gedicht.“ Langsam geht es dann weiter, Keller für Keller. Bis zu jenem von Hans Maurer ganz am oberen Ende. Der darf als echter Köllamaun bezeichnet werden.

Was das genau ist? Ilse Gritsch erklärt: „Nach der Arbeit am Feld ging der Bauer mit seinem Zega in den Keller. Da passte genau ein Doppler Wein hinein. Und dann saß er hier und hat eben genau nix gemacht. Getrunken. Sinniert. Den Gedanken Audienz gegeben, wie man so schön sagt. Es war eine Art, mit sich selbst ins Reine zu kommen, nachzudenken. Heute machen die Leute eben Yoga oder sie meditieren.“

Bewusstseinsbildung für alle Generationen

Mit einer Kellergassenführung tauchen die Menschen in diese Welt ein: „Ein Bankerl, ein Glas Wein – und die Welt ist in Ordnung.“ Quasi nebenbei lernt man etwas über Geschichte und Architektur. Bewusstseinsbildung, ganz praktisch und unkompliziert.